Die Brücke über die Drina

„Die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric ist eine monumentale Erzählung über das multikulturelle Leben auf dem Balkan. Der historische Roman war in Jugoslawien Pflichtlektüre an vielen Schulen. Die „Brücke über die Drina“ galt als Symbol von „Brüderlichkeit und Einheit“. Das wirkt heute bitter ironisch, denn an dieser Brücke ereignete sich vor 25 Jahren ein Massaker, das viele andere Grausamkeiten des Bosnien-Kriegs noch in den Schatten stellen sollte. 

Schwierige Vegangenheit

20 Jahre nach dem Kosovokrieg soll ein neues Sondergericht in Den Haag klären, ob Soldaten der kosovarischen Befreiungsarmee UCK Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Viele Menschen im Kosovo lehnen das Gericht aber ab. UCK-Kämpfer gelten als Helden. Mögliche Zeugen bangen um ihr Leben.

Stabilität vor Demokratie. Der Westbalkan auf dem Weg in die EU

Die potenziellen EU-Beitrittsländer sind in vielen technischen Fragen der EU näher gekommen, hinsichtlich demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien haben sie sich jedoch vom europäischen Anforderungskatalog entfernt.

Bosnien-Herzegowina: Ein gespaltenes Land steht still

Jungen Menschen in Bosnien und Herzegowina fehlen die Perspektiven. Die Gründe dafür sind eine horrende Arbeitslosigkeit, ethnische Spannungen und längst überfällige Reformen.

Ein Europäer nur auf dem Papier

Das Kosovo ist der einzige potenzielle EU-Beitrittskandidat, dessen Bewohner für Reisen in den Schengen-Raum Visa benötigen. Der Theatermacher Jeton Neziraj ist von der EU-Vertretung in Prishtina zum „Europäer des Jahres“ gekürt 

Mythos „Trepca“. Der Streit um die Mine im Kosovo

Sie galt einst als „Kronjuwel“ des Kosovo: Die Trepca-Mine in der heute geteilten Stadt Mitrovica. Zu jugoslawischer Zeit gruben hier bis zu 20.000 Bergleute nach Blei, Zink und Edelmetallen; fast alle Familien in und um Mitrovica haben direkt oder indirekt von Trepca gelebt. Aber die Mine war und ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor.

Für Gott und Kroatien

Die katholische Kirche in Kroatien ist mit Privilegien ausgestattet, wie kaum eine andere Religionsgemeinschaft in Europa. Sie wird mit viel Geld aus dem Staatshaushalt finanziert und ist zugleich ein einflussreicher Faktor: in Talkshows, in der Schule, in der Politik. Propagiert werden aber nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch Nationalismus, 

Mit Pauken und Trompeten. Serbien und seine Blechblasorchester

Ob Hochzeiten, Geburten oder Slava (Fest des Familien-Schutzheiligen) – der  Klang der Trompetenorchester begleitet auf dem Dorf noch immer jedes größere Ereignis. Insbesondere für Roma ist diese Musik ein Weg, den Respekt zu erlangen, der ihnen im Alltag oft verwehrt bleibt. Alljährlicher Höhepunkt ist das Trompetenfestival Guca,

Leben zwischen zwei Staaten: Serben im Kosovo

Trotz Milliardenhilfe ist Kosovo auch zehn Jahre nach seiner Unabhängigkeit das ärmste Land Europas und gilt noch immer als unfertiger Staat: Sowohl was seine internationale Akzeptanz als auch die vollständige Integration der serbischen Minderheit angeht. Download: Eine Welt 3/2018