Verklärte Helden, verurteilte Mörder

Die Arbeit des Haager UN-Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien geht zu Ende, die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen wird aber fortgesetzt. Gerichte in Zagreb, Belgrad und Sarajevo tragen jetzt die alleinige Verantwortung dafür, dass Kriegsverbrechen nicht ungesühnt bleiben. Doch Politiker und weite Teile der Bevölkerung sind bis heute nicht bereit, sich damit auseinanderzusetzen. Verurteilte Kriegsverbrecher werden als Helden gefeiert, das Leid der Opfer wird ausgeblendet.

Vertrieben, vergiftet und vergessen

Rosa Luxemburg Stiftung, 10. Juni 2019

Am 11. Juni jährt sich das Ende des Kosovokriegs zum 20. Mal. Die «humanitäre Intervention» der NATO sollte Morde und «ethnische Säuberungen» an der albanischen Bevölkerung militärisch stoppen. Doch für die im Kosovo verblieben Roma schien das nicht zu gelten: Sie sind die vergessenen Opfer des Konflikts.

Schwierige Vegangenheit

Deutschlandfunk
28.2.2019

20 Jahre nach dem Kosovokrieg soll ein neues Sondergericht in Den Haag klären, ob Soldaten der kosovarischen Befreiungsarmee UCK Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Viele Menschen im Kosovo lehnen das Gericht aber ab. UCK-Kämpfer gelten als Helden. Mögliche Zeugen bangen um ihr Leben.

Die Brücke über die Drina

Deutschlandfunk
24.6.2017

„Die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric ist eine monumentale Erzählung über das multikulturelle Leben auf dem Balkan. Die Brücke galt als Symbol von „Brüderlichkeit und Einheit“. Das wirkt heute bitter ironisch, denn an dieser Brücke ereignete sich vor 25 Jahren ein Massaker, das viele andere Grausamkeiten des Bosnien-Kriegs noch in den Schatten stellen sollte. 

Ein Europäer nur auf dem Papier

Amnesty Journal, März

Das Kosovo ist der einzige potenzielle EU-Beitrittskandidat, dessen Bewohner für Reisen in den Schengen-Raum Visa benötigen. Darunter leidet auch der Theatermacher Jeton Neziraj, der ironischerweise von der EU-Vertretung zum „Europäer des Jahres“ gekürt wurde.

Mythos „Trepca“. Der Streit um die Mine im Kosovo

Deutschlandfunk
29.4.2017

Sie galt einst als „Kronjuwel“ des Kosovo: Die Trepca-Mine in der heute geteilten Stadt Mitrovica. Zu jugoslawischer Zeit gruben hier bis zu 20.000 Bergleute nach Blei, Zink und Edelmetallen; fast alle Familien in und um Mitrovica haben direkt oder indirekt von Trepca gelebt. Aber die Mine war und ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor.